100 Jahre Scheurebe

Nach dem Rebenblut schon letztes Jahr 99 Jahre Scheurebe gefeiert hat, gibt es heute eine kleine Auswahl an unterschiedlichsten Scheureben aus deutschen Landen.

Der erste Vertreter, aus Franken, ein handgelesener trockener Wein von der Weininsel im Main. Weinberg mit südliche Ausrichtung. Der Winzer, Otmar Zang, ist vor allem auch für seinen Alten Satz bekannt, ein Wein aus dem ältesten Weinberg Frankens von 1835.

Otmar Zang Scheurebe

In der Nase: Grapefruit, Bananenkaugummi, Holunderblüte, Jackfruit,  Mirabelle und eine Note von künstlicher Wildkirsche.

Relativ voll mit ausbalancierter Säure und leichter Süße. Lange Bitterste mit künstlicher Wildkirsche im Nachgeschmack.

Am zweiten Tag: Holunderblüte, Guave und Grapefruit.

Insgesamt ein fruchtig erfrischender Vertreter, leider ist für mich persönlich diese künstliche Wildkirsche mit unangenehmen Erinnerungen verbunden.

 

Die zweite Scheurebe, ein Sekt aus der Pfalz vom Wein – und Sektgut Kissel aus der Pfalz. Neben den klassischen Champagner-Reben und Riesling versektet dieses Weingut auch Scheurebe und Sauvignon Blanc. Dieses Exemplar von 2007 lag 5 Jahre auf der Hefe.

Kissel Scheurebe Sekt

Auch hier erstmal die Grapefruit, etwas Lakritze, dunkles Bauernbrot, etwas Schwarze Johannisbeeren-Konfitüre.

Im Mund feine Perlage, ziemlich voll, leichtes Bitter. Schwarze Johannisbeere. Ich vermisse etwas an Säure. Langer Nachgeschmack von frischer Lychee und Grapefruit.

Am zweiten Tag etwas Löwenzahn samt Bitternote im Mund.

Meine erste Erfahrung mit einem Scheurebe-Sekt und hoffentlich nicht die letzte.

 

Der dritte Vertreter der Runde, ein Kabinett vom Weingut Geil in Buchheim, Rheinhessen. Jahrgang 2013.

 

Geil Scheurebe Kabinett

In der Nase sehr dezent: etwas Grapefruit und Holunderblüte.

Am Gaumen Wehrsekret eines Marienkäfers… Deutlich wahrnehmbare Restsüße, relativ voll, dabei aber auch weich/wässrig wenn das irgendwie Sinn ergibt. Säure ist relativ niedrig. Lychee aus der Dose im Nachgeschmack.

Der zweite Tag überrascht mit einem leichten Duft von Riesling, Pilz, Honig. Insgesamt erinnert er mich an diesen Tag an einen Chenin Blanc von der Loire von einem nassen Jahrgang.

Hatte mich nicht richtig überzeugen können, vielleicht war er für meinen Geschmack auch nur einfach zu jung.

 

Der vierte Wein kommt von der Mosel, vom Weingut Franz-Josef Eifel, aus der berühmten Lage Trittenheimer Altärchen. Dies ist die erste Scheurebe von der Mosel die ich bisher gesehen habe.

Eifel Scheurebe

Auch dieser Wein startet eher leicht in der Nase: Zitrus wie Limette und Grapefruit, ein Hauch von Holunderblüte. Später Flieder und weisse Schokolade. Am Gaumen eine lebhafte Säure mit einer leichten Süße, lange Grapefruit die sich in Amerikanische Fanta Weintraube umwandelt.

Am nächsten Tag: Limette, Grapefruit mit dunklem Brot und Honig im Nachgeschmack.

Dieser Wein hat mich mit seiner Säure und Mineralik überzeugt, ich bin auf andere Jahrgänge gespannt.

 

Der letzte Wein dieser Reihe ist vom VDP Weingut Kruger-Rumpf an der Nahe, eine Spätlese Jahrgang 2013.

Kruger-Rumpf Scheurebe

In der Nase: Bananen-Kaugummi, reife weiße Grapefruit, Birne.

Eine schöne Balance von Säure und Süße, mit einem leichten Prickeln auf der Zunge und Bananen-Kaugummi am Gaumen. Holunderblüte im Nachgeschmack.

Am nächsten Tag etwas Ananas, Birne und Mirabelle.

Bei diesem Wein hatte ich etwas mehr Komplexität erwartet. Vielleicht war er aber auch nur einfach zu jung. Da hätte ich wohl noch den dritten Tag abwarten müssen, aber da war die Flasche leider schon leer. Nicht komplex aber süffig…

 

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