1970 Maison Leroy, Meursault Blanc

Angeregt vom Bericht über Domaine Leroy im Blog von Chez Matze habe ich den 1970er Meursault blanc der Maison Leroy, also dem Weinhaus des Weingutes probiert. Der Wein wird aus zugekauften Weinen zusammengestellt die dem Standard des Hauses entsprechen. Wegen der dunklen Farbe, die schon durch die Flasche hindurch sichtbar war und einigen Schlieren bin ich davon ausgegangen, dass der Wein schon lange tot war. Von Matze schon vorgewarnt, dass der Korken wahrscheinlich eher bröselig wird, habe ich mich dann daran versucht, ihn so vorsichtig wie möglich zu öffnen.

Erster Versuch mit der Korkenspange drückt den Korken 5mm runter Richtung Wein. Fail.

Zweiter Versuch mit Kellnermesser scheint erfolgsversprechender. Langsam kommt der Kork hoch, bricht dann aber bei der Hälfte ab. Weiteres Anwenden des Messers bringt nur Korkkrümel. Matze, du hast recht!

Dritter Versuch: Vakuumpumpe ansetzen und durch Unterdruck den Korken nach oben bewegen. Gewünschtes Ergebnis wird leider nicht erreicht, Korken fällt in den Wein.

Vierter Versuch: 3 dünne Stahlspieße sollen den Korken fixieren und hochziehen. Das funktioniert dann zum Glück, nur ein paar Korkkrümel schwimmen in der Flasche.

Ins Glas gegossen zeigt sich zuerst die braun-goldene Farbe. Tot?
Nase reingehalten: Überraschend starker Karamell mit Butter, leichter Rauch, danach Rosinen mit dunklem Krustenbrot. Etwas gekochter Apfel und zwischendurch ein Hauch von gebackenem Knoblauch, fast Richtung weisser Trüffel.
Der erste Schluck beeindruckt durch eine lang anhaltende, lebendige Säure, leicht kreidig, etwas Apfel und Karamell.

Nach 30 Minuten verliert der Wein etwas im Mund, wirkt kürzer, gehetzt.

Am nächsten Tag setzt die eigentlich erwartete oxidative Note ein. Karamell nur noch im Nachgeschmack, diesmal aber kräftiger als beim ersten mal.

Totgesagte leben länger…

pH: 2.99
Brix: 7.3
Alkohol: Geschätze 12.5 % Vol

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