Philippe Grisard Mondeuse Blanche 2013

2013 Mondeuse Blanche, Maison Philippe Grisard, Savoie

Nach dem Aufenthalt bei der Domaine de Mèjane ging die Fahrt weiter Richtung Beaufort, wo die sehr fortschrittliche Cooperative des Ortes einen 24h Käseverkaufsautomaten betreibt und die beim Käsen anfallende Molke zu Energie umwandelt und damit nicht nur die Molkerei betreibt sondern auch ins öffentliche Stromnetz einspeist. Aber das ist eine andere Geschichte…

Denn einen kleinen Zwischenstopp wollte ich vorher unbedingt noch bei der Maison Philippe Grisard in Cruet machen. Denn neben meinem heimlichen Favoriten, der Verdesse, hat der Winzer auch Frühroten Veltliner und die Mondeuse Blanche im Angebot.

Die Mondeuse Blanche, mit ca 5ha in den Savoyen angebaut ist keine Mutation der Mondeuse Noire aber durchaus mit ihr verwandt. Bekannter ist sie aber als Elternteil von Syrah (zusammen mit Dureza, einer fast ausgestorbenen Rebsorte aus der Ardéche).

Drei verschiedene Weine, für die es sich lohnt, zur Domaine zu fahren, dachte ich gab die Adresse ins Navi ein und fuhr los. Erstmal schön Landstraße an Radfahrern vorbei. Dann hieß es rechts einen Berg hoch. Enge Straße, noch war nicht abzusehen, wie weit es noch hoch ging. Bei Gegenverkehr hätte ich auf jeden Fall ein Problem. Panik. Erstmal rechts in eine kleine Gasse rein. Da kam ein netter Herr daher und fragte, wohin wir denn wohl hin wollten. Zum Grisard, Philippe. Kommt man denn dort mit dem Wohnmobil rauf, war dann meine Frage. Ja, da gäbe es einen Parkplatz, kein Problem war die Antwort, auf Deutsch. Mit schweißnassen Händen und viel rangieren ging es dann wieder zurück und rauf auf den Berg an den Augen einiger verwunderter Einheimischer vorbei, bis ich dann endlich den Parkplatz der Domaine sichtete. Zum Glück war auch noch ein Plätzchen frei.

Grisard Parking

Man beachte die relative Höhe zu den Bergen im Hintergrund und den Abhang links unten… den musste ich nachher schräg runterfahren… wieder an den Anwohnern vorbei, die dann belustigt zugesehen und kommentiert haben, wie ich den Weg zurück zur Hauptstraße gesucht habe.

Grisard Weinkeller

Mir war darum erstmal nicht nach Weinprobe zumute, deshalb habe ich von den drei Weinen je 2 Flaschen gekauft.

Um zurück in Deutschland erstmal die Mondeuse auszuprobieren.

Die Flasche ist mit weißem Wachs versiegelt, darunter verbirgt sich ein Noma-Korken.

Frisch aus dem Kühlschrank zeigt sich der Wein erst sehr bananig. Frisches Obst und Kaugummi. Relativ voll, ausbalancierte Säure mit gekochter Banane im Mund und langem mineralischem Abgang.

Nach einigem Hin und Her zwischen zwei Weingläsern (Weinglas-Dekantieren) kommt mehr Frucht zum Vorschein. Banane, unreife Aprikose, Jasmin. Im Mund gekochte Banane und Aprikose mit einem interessanten bitter-süß-salzigem Finish.

Am nächsten Tag: Bananenschale, Aprikose, Himbeere und Kirschmarmelade auf Haferbrei mit Honig gesüßt. Eine Stunde später ist die Frucht umgewandelt, jetzt hat man Löwenzahn und Honig in der Nase.

Am Tag darauf Löwenzahn und Aprikose.

Fazit:

Eine interessante Rebsorte, beim nächsten Mal fahre ich zum Weingut mit einem PKW.

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