99 Jahre Scheurebe Teil 1

2016 feiert die Scheurebe 100 jährigen Geburtstag, also höchste Zeit, ein paar Flaschen auf dem Balkon zu öffnen.
Diese aromatische Rebsorte wurde von Georg Scheu in Alzey, Rheinhessen, aus Riesling und Bukettraube gekreuzt, wobei er angenommen hatte, statt Bukettraube Silvaner verwendet zu haben. Dieses konnte aber durch einen DNA-Test korrigiert werden.
Zuerst wurde die Scheurebe als Alzey S88 bezeichnet. Zwischen 1930 und 1945 musste sie den Namen des Landesbauernführers von Hessen-Nassau, Richard Wagner, tragen, ein Mitglied der NSDAP und der Waffen-SS. Erst 1950 wurde der heutige in Deutschland gebräuchliche Name, Scheurebe, festgesetzt. Bei unseren Nachbarn in Österreich wird häufig noch eine Abwandlung der Ursprungsbezeichnung, Sämling 88 verwendet.

Im ersten Teil stehen sich 4 Weine aus Rheinhessen, dem Ursprung der Scheurebe entgegen. Vier Winzer, vier Jahrgänge. Alle um die 10€.

Gysler Scheurebe
Aus Alzey selbst kommt das Weingut Gysler. Einer der wenigen Winzer, die sich auch an einer trockenen Huxelrebe versuchen.

Mit dem ältesten Wein aus dem Jahrgang 2011.

Leckere Frucht in der Nase: Grapefruit, Katzenpipi, aber auch gereifte Töne wie dunkles Bauernbrot aus dem Holzofen. Weich mit ausbalancierter Säure mit Grapefruit und Vanille im Mund. Blumiger Nachgeschmack.

 

Wagner Stempel Scheurebe
Das VDP Mitglied Wagner-Stempel ist mit dem Jahrgang 2012 vertreten.

Sehr viel Zitrus im Glas: Grapefruit, Limette, erinnerte auch etwas an Sprite-Limonade. Weicher als der Gysler mit ähnlicher Säure. Limette nochmals im Nachgeschmack.

Kuehling Gillot Scheurebe

Ein weiteres VDP Mitglied ist Kühling-Gillot, mit dem Qvinterra 2013.

Eine wahre Fruchtbombe im Glas, vielleicht für den einen oder anderen zu aromatisch.

Erschlagen von Jackfruit, Guave, Schwarze Johannisbeere, grüne Mango und einem Hauch Honig. Kräftige Säure, die das an sich schwere Aroma belebt. Was die Nase verspricht, hält sie auch am Gaumen mit ähnlich expressiven Aromen.

Manz Scheurebe Kalkstein

Der Jahrgang 2014 wird vom Weingut Manz aus Weinolsheim vertreten.

Der jüngste  und auch hellste Wein von allen. Etwas verhaltene Nase: Birne, Grapefruit, weiße Blüten und ein Hauch Banane. Riecht süß, ist er aber nicht. Aber auch weniger Säure als die anderen Scheureben. Etwas kurz.

 

Meine persönlichen Favoriten waren diesmal die  Weine von Gysler und Kühling-Gillot.

Der Gysler mit dem Mix von Sekundär und Tertiär-Aromen. Der Qvinterra dank seiner hervorstechenden Aromatik.

Weitere Scheureben-Beiträge sind in Planung: Pfalz, Franken, Süß, Gereift

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