La Vellavia Bière blonde, Polignac, Auvergne

Auch dieses Jahr ging der große Sommerurlaub wieder nach Frankreich, diesmal mit dem Wohnmobil. Eigentlich auf der Suche nach Wein, aber eine Station wollte ich unbedingt dabei haben, Le Puy en Velay in der Auvergne. Hier kommen die berühmten grünen Linsen her, und die Stadt hat auch ihren ureigenen, fast märchenhaften Charme. Wir hatten uns den Camping de Bouthezard im Stadtteil Aiguilhe wegen der Lage direkt unterhalb der berühmten Felsenkirche St Michel d’Aiguilhe (auch auf dem Etikett des Bieres abgebildet) ausgesucht. Außerdem sprachen noch WiFi, Waschmaschine und Trockner dafür. Die einfachen Nassräume eher nicht.
Als verdientes Ankunftsbier nach Reifenwechsel auf der Autobahn gab es am Kiosk des Campinplatzes „leider“ nur lokales Bier, wie der Platzwart bedauernd feststellte. Einmal ein Linsen-Bier, Perle Verte, wie könnte es auch anders sein, und das La Vellavia blonde aus dem Nachbarort Polignac mit seiner berühmten Festung.
Polignac

Das Perle Verte war süffig, mit einem Hauch Linse im Nachgeschmack. Hätte ich das Etikett nicht gesehen, wahrscheinlich wäre es mir aber nicht aufgefallen.
Perle Verte
Das La Vellavia hingegen zeigte sich schon im Glas von einer eigenen Seite. Orange-Braun. Feine Schaumkrone.
In der Nase getrocknete und gefrorene Mangos, getrockneter Apfel, leichter Cidre. Im Mund getrocknete Mango und Malz kombiniert mit blumigem Hopfen und einem ganz leichten Bitterton zum Finale.
Neben dem guten Wasser aus dem Zentral-Massiv kommt beim Brauen noch eine besondere Zutat hinzu, die das Ergebnis so einzigartig macht. Die uralte Gerstensorte Ponote, die genau wie die Puy-Linse auf dem Hochplateau (600-1200 Meter) um Le Puy angebaut wird. Die Körner sind besonders groß, was im Zusammenhang mit dem Anbau der Linsen Sinn macht. Diese wurden früher nämlich gerne in Mischkultur angebaut. Die Gerste diente dann als Rankhilfe, die größeren Gersten-Körner ließen sich dann auch einfacher von den Linsen trennen. Auch ohne Tauben wie beim Aschenputtel.

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