Serbische Weine Teil 2 : 2012 Experiment Prokupac, Podrum Cokot

Neben den großen internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Chardonnay gibt es in Serbien noch viele weitere zu entdecken.

Typische Balkan-Rebsorten:

Graševina (Welschriesling, Laski Riesling): Auch in Italien angebaute Weißweinrebe, die sehr produktiv sein kann und dann belanglose Weißweine erbringt. Bessere Weine sind floral-fruchtig mit guter Säure.

Kadarka: Rotweinrebe mit weichen Tanninen und nicht ganz so dunkler Farbe. Mit Pinot Noir vergleichbar.

Plovdina (Pamid): Leichte, dünne Rotweine mit geringer Säure.

Smederevka (Dimyat):  Frische Weißweine mit manchmal leichtem Vanille-Aroma.

Vranac: Dunkle, volle, kräftige Rotweine mit kräftigen Tanninen und Lagerpotential.

Autochtone Rebsorten:

Bagrina: Rosafarbene Rebsorte aus der Region Timok. Nicht selbsbefruchtend, muss deshalb neben anderen Rebsorten gepflanzt werden. Gute Säure und Lagerungspotential.

Kreaca: Auch bekannt als Banat Riesling. Im Gegensatz zum echten Riesling fehlt den Weinen Säure und sind dementsprechend auch eher sofort zu konsumieren.

Prokupac: Die Weine sind zum frühen Genuss gedacht, bei hohem Alkoholgehalt. Dunkel mit roten Früchten.

Slankamenka: Uralte Weißweinrebsorte mit geringem Mostgewicht, Säure und Aroma. Wird deshalb eher zur Weinbrand-Gewinnung gebraucht.

Tamjanika: Weißer Muskat der schon seit über 500 Jahren in Serbien angebaut wird, und sich durch Selektion sich dem Klima und Terroir angepasst hat. Es gibt auch eine seltene, dunkle Mutation

Začinak: Rotweinrebe, die einen besonders dunklen Wein ergibt, weshalb er gerne mit helleren Rebsorten verschnitten wird.

Neuzüchtungen:

Bačka: Rosafarbene Hybride aus Petra und Bianca.

Morava: Weiße Rebsorte aus Frührotem Veltliner und Müller-Thurgau. Ähnelt dem Sauvignon Blanc in Säure und Fruchtigkeit. Dieser Rebsorte wird man demnächst wahrscheinlich öfter begegnen.

Neoplanta: Weiße Rebsorte aus Smederevka und Roter Traminer. Starke Muskat-Aromen, hohes Mostgewicht und niedrige Säure.

Panonia: Genau wie Morava aus Frührotem Veltliner und Müller-Thurgau entstanden.

Petra: Hybride aus Kunbarat und Pinot Noir. Hohes Mostgewicht, Muskat-Nase.

Probus: Kadarka und Cabernet Sauvignon sind die Eltern dieser produktiven Rotweinrebe.

Rubinka: Auch eine rosafarbene Hybride aus Petra und Bianca.

Sila: Weißweinrebe aus Kövidinka und Chardonnay. Ergibt leichte, spritzige Weine.

Sirmium: Anfällige Weißweinrebe aus Sauvignon Blanc und Smederevka

Župljanka: Weiße Rebsorte von roten Eltern, Prokupac und Pinot Noir. Gibt ausbalancierte, frische Weine. Hoher Gehalt an Apfelsäure im Most.

Nach der ganzen Theorie endlich der zweite Wein von Samovino.

2012 Prokupac Experiment, Weingut Čokot, Weinregion Župa
Die Rebsorte Prokupac ist eine echt autochtone Rotweinrebe Serbiens. Radovan Čokot betreibt das Weingut offiziell seit 2011. Vorher wurde Wein von der Familie eher zum Eigengebrauch produziert. Neben der Prokupac baut er auch Tamjanika an. Alle seine Weine heißen Experiment, da er sich noch nicht als erfahren sieht und jeder Jahrgang ein neues Experiment darstellt.

In der Nase: Schwarze und rote Johannisbeere, Kakao, gekochtes Rindfleisch, leichte Pflaume.

Der erste Schluck zeigt sich weich mit leichten Tanninen und angenehmer Säure. Süffig mit Cassis und Pflaume im Nachgeschmack.

Mit der Zeit ändert sich das Aromenspektrum zu Veilchen, Kakao, Pflaume mit leichter Brombeere, die Johannisbeeren werden verdrängt.

Am zweiten Tag:

Rote Pflaume als würziges Kompott und frisch dazu gegeben und dann mit Kakao besprenkelt. Im Mund kommt die Pflaume noch besonders dank der Säure gut durch. Pflaume mit hohem Schalenanteil im Nachgeschmack.

Insgesamt ein fruchtig, weicher, süffiger Rotwein für den Alltag. Jetzt sehr gut zu trinken, ein Jahr aber bestimmt noch gut zu lagern. Hier stimmt die Säure/Tannin-Struktur.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.