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Weißweinrebe aus Südfrankreich. Reift langsam und ist auch für heißes Klima geeignet.

2012 Mille-Neuf-Cent-Un, Le Clos des Grillons, Côtes du Rhône

Neben dem Abouriou von Domaine Lassolle war der Mille-Neuf-Cent-Un (1901) vom Clos des Grillons ein weiterer Fund auf der Weinmesse in Olne, Belgien.
Der Winzer, Nicolas Renaud, ein Quereinsteiger, hat sich in Rochefort du Gard ein kleines Weingut aufgebaut, das er nach den Regeln der Biodynamik bewirtschaftet. Auch Schwefel scheint ein Fremdwort zu sein.
Die Cuvée Mille-Neuf-Cent-Un, benannt nach dem Jahr in dem die Reben gepflanzt wurden ist ein fast reiner Bourboulenc, zu 50% im Eichenfass ausgebaut. Die Reben stehen auf einem Hang mit Nordneigung, was in der Hitze bestimmt nicht schlecht ist. Ein Bericht auf englisch von Bertrand Celce über das Weingut war auch sehr interessant.

Im Glas geschälte Birne gefolgt von Eiche. Dann Süßholz mit leichter Biernote (Schwefelfrei; Bier habe ich bei einigen Weißweinen ohne Schwefel herausgeschmeckt). Dann leichter Dill, etwas gekochte Zwiebel, Senf, wobei die Birne die ganze Zeit präsent bleibt. Etwas später dann wandelt sich die Birne in einen leckeren, aromatischen Apfel (Gravensteiner), zuerst roh, dann gekocht mit einem Hauch Jasmin.

Im Mund voll, leichte Säure aber eine salzige Mineralität, die eine kräftigere Säure vorgaukelt. Zuerst Birne dann Eiche, zu der sich ein gekochter Apfel hinzugesellt.

Zu einem Hühnerfrikassée oder einem reifen Camembert, gerne aber auf dem Balkon, gut gekühlt mit netter Begleitung, dass sich der Wein langsam erwärmen und sein volles Potential zeigen kann.

pH: 2.75
Brix: 6.4
Alkohol: 13.5% Vol