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Der Ur-Cabernet.

Serbische Weine Teil 3 : 2011 Alma Mons, BeloBrdo

Als dritten und leider letzten Wein von Samovino probiere ich den

2011 Alma Mons, Weingut Belo Brdo, Weinregion Fruška Gora, Teil der Region Srem

Die Rebsorten für diesen Rotwein kommen alle aus Frankreich: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot und die Neuzüchtung Marselan (Cabernet Sauvignon x Grenache Noir), die mir bisher als fruchtig süffiger Rotwein von der Rhône bzw aus der Ardeche untergekommen ist. Nicht unbedingt eine Rebsorte, die ich in der illustren Bordeaux-Reben-Runde erwartet hätte. Der Besitzer Aleksandar Zeremski war früher Wein-Importeur und hat 2006 den Weinberg neu angelegt. Das Weingut selbst besteht offiziell seit 2010, dem ersten Jahrgang der noch sehr jungen Reben. Übersetzt heißt Belo Brdo „weißer Hügel“, Alma Mons „nährender Berg“, Alba Mons wäre hier vielleicht passender.

Frisch ins Glas: Reife Brom-, und Blaubeere. Cassis, Pflaume, dann Erdbeer-Körner-Joghurt, Milchschokolade, Vanille.
Eine gute Balance zwischen Körper, Tannine und Säure. Alles kommt kräftig durch, nichts dominiert. Pflaumenfruchtleder im Nachgeschmack.

2. Tag: Brombeere, Pflaume und Kirsche im ständigen Wechsel, Kakao. Eichenvanille kräftiger als an Tag 1.

3. Tag: Pflaume, Pfeffer. Pflaume und kräftige Kirsche im Mund.

5. Tag: Wassermelone, Cassis, Vanille, Brombeere. Weiter kräftige Tannine. Tabak und Pflaume im Nachgeschmack.

Da es sich hier um Wein von jungen Reben handelt, bin ich gespannt auf die späteren Jahrgänge, wenn dann noch die Konzentration hinzu kommt.

pH: 2.92

Brix: 8.5

Alkohol: 14.4 Vol%

2008 Cabernet Franc, Pequenas Partilhas, Serra Gaucha, Brasilien

Noch vor der Fussball-WM in Brasilien wollte ich unbedingt noch einen hiesigen Wein. Meine erste Erfahrung, ein süßer Muskateller gekauft auf dem Fest der Kulturen in Bonn vor einigen Jahren, war ok. Weder schlimm noch besonders hervorragend. Den heutigen Wein habe ich in Düsseldorf beim Weinladen mit dem Vogel erstanden. War auch direkt um ungefähr ein Drittel reduziert…

Es handelt sich dabei um einen Cabernet Franc von der größten Kooperative Brasiliens, der Cooperativa Vinicola Aurora. Das Anbaugebiet im Süden Brasiliens ist für 85% der Weinproduktion Brasiliens verantwortlich. Relativ hohe Luftfeuchtigkeit (60-80%) und Wärme sind Faktoren, die hier gegen den Weinanbau sprechen.

Studieren geht über Probieren, also Flasche geöffnet und ab ins Glas:

Erster Eindruck ist relativ zahm. Leichte rote Paprika, etwas dunkle Brotkruste. Danach gebratene rote Paprika, leichte Cassis-Frucht.

Für meinen Geschmack vielleicht etwas breit (für andere besonders süffig), nur noch leichte Tannine gefolgt von Bitterton. Im Mund auf Feuer gegrillte, rote Paprika, eingelegt in bitterem Olivenöl mit leichter, schwarzer Johannisbeere, etwas Karamell und ein paar Rosinen.

Mit der Zeit wird er etwas komplexer, Röstaromen stärker.

Durchaus lecker, aber bitte jetzt schnell trinken.

pH: 3.40

Brix: 8.0

Alkohol: 13% Vol

2007 Cabernet Franc Cosmic vinyaters, Penedes

Ein weiterer interessanter Fund von der Weinmesse in Olne, die sich auf Natur-Weine spezialisiert hat, ist der Cabernet Franc von Cosmic Vinyaters aus der Region von Penedes in Katalonien, Spanien. Eigentlich war ich eher auf der Suche nach autochtonen Rebsorten als nach Cabernet Franc, aber die positive Ausstrahlung des Winzers, Salvador Battle, hat mich dann einfach gefangen genommen und ich musste seine Weine probieren. Er hatte einen Weißwein, Sauvignon Blanc, und einen Rotwein, Cabernet Franc. Beide sehr beeindruckend, entschieden habe ich mich dann schlussendlich für den Cabernet Franc, wird er doch seltener angebaut als sein Verwandter, der Cabernet Sauvignon.
Die Weinberge liegen auf einer Höhe von 500-550 Meter und sind von Wäldern und nicht von anderen Weinbergen umgeben. Dies gibt dann einen größeren Temperatur-Unterschied zwischen Tag und Nacht. Im Weinberg werden nur natürliche Mittel verwendet und die Arbeit im Weinberg wird von den Planetenkonstellationen abhängig gemacht. Der Wein wird zuerst in offenen Fässern vergoren und dann Teils im Barrique, Teils in Ton-Amphoren ausgebaut, um dann 5 Jahre in der Flasche zu reifen. Die Amphoren sollen dem Wein eine gewisse Säure verleihen. Der Weinkeller ist mit „heiliger Geometrie“ aufgebaut, was immer das auch heißen mag. Normalerweise wären bei mir jetzt alle Alarmglocken angeschlagen aber etwas hat mich dann doch dazu bewegt, einen Karton mitzunehmen. Und das war einfach der Geschmack:

In der Nase zuerst leichte schwarze Johannisbeere, würziges Steinofenbrot, saftige, reife, rote Paprika gefolgt von gekochten Kirschen, leichtem Kümmel, etwas Thymian und reifen Brombeeren.
Der erste Schluck offenbart leichte Süße, leckere Säure und einen Tannin-Schleier. Starke Fruchtigkeit: leichtes Cassis, Süßkirsche, Brombeere.
Im Nachgeschmack feine Trockenfrüchte.

Dieser Wein macht Appetit auf mehr und schon ist die Flasche leer. Eine von gerade mal 2215. Zu einem Preis von knapp 15€.

pH: 2.77
Die Säure liegt damit auf gutem Weißwein-Niveau. Doch was dran an der Amphore?
Brix: 8.0
Alkohol: 14 % Vol