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Weißweinrebe aus Kampanien. Kann auch bei heißerem Klima Säure halten. Birne und Haselnuss sind oft zu finden.

Fiano Battle Naturalia Factory: 2001 vs 2000 Vendemmia Tardiva

Nach dem 2004er Fiano, der sich noch relativ frisch zeigte, wollte ich herausfinden, ob sich ein Fiano noch länger lagern lässt. Und bin dafür dann in die Untiefen meines Weinkellers geklettert, um mit 2 Flaschen heraus zu kommen, beide von Naturalia Factory. Ein Fiano di Avellino aus dem Jahr 2001 und ein Fiano dell‘ Irpinia Vendemmia Tardiva aus dem Jahre 2000. Dies wird wohl ein ungleicher Battle werden. So wird der Jahrgang 2000 in Kampanien von Rober Parker mit 92 und der 2001 nur mit 91 Punkten bewertet. Weiterhin ist der 2000er eine Spätlese, während der 2001er nur mit seiner Herkunft (DOCG Avellino vs IGT Irpinia) punkten kann.

Farbe:
Hier zeigt sich der 2001er gereifter, dunkler. Etwas überraschend.

Nase:
Der 2001er kommt frisch aus dem Kühlschrank mit gekochter Birne, Hafer-Porridge mit getrockneten Apfelstücken, grüner Haselnuss. Später dann Porridge mit Mandarinenstückchen aus der Dose und gekochter Birne, Mandelmus.

Der 2000er zeigt ein Bouquet, welches ich eher einem vin naturel zusprechen würde. Hefe und leichter Essig. Dazu getrocknete Birne gefolgt von getrockneter Ananas und Mandarinensaft.

Mund
Der 2001er zeigt sich voll mit animierender Säure und leichtem Bitterton. Feine Sherry-Note, Porridge mit Mandarinen im Abgang.

Im Gegensatz dazu lässt der 2000er jegliche Restsüße vermissen, die man bei einer Spätlese erwartet hätte. Auch er ist voll, mit einer weichen Säure. Eine Mischung von Birnensaft, Mandarinensaft und Wasser.

Ergebnis:
Der 2001er überrascht und lässt den enttäuschenden 2000er weit hinter sich. Qualitativ liegt er etwas hinter dem 2004er Bechár, was Hoffnung auf ein paar schöne Momente mit dem Bechár in einigen Jahren wecken lässt. Auch zeigt sich, dass man sich nicht auf irgendwelche Jahrgangsbewertungen verlassen sollte. Dafür ist Wein einfach eine zu komplexe Angelegenheit.


Werte:

2001
pH: 3.17
Brix: 6.4
Alkohol: 12% Vol

2000
pH: 3.10
Brix: 5.8
Alkohol: 14% Vol

2004 Fiano di Avellino – Béchar – Cantine Antonio Caggiano

Nach einer längeren Pause wegen Urlaub eines Kollegen gefolgt vom eigenen gibt es heute einen Eintrag über einen weißen Italiener. Dank Prosecco, Pinot Grigio und jetzt Lugana, gehören Weine dieser Gattung eher nicht zu meinem Beuteschema. Aber ein Land voller autochtoner Rebsorten kann ich nicht mein Leben lang ignorieren, und deshalb werde ich mir in nächster Zeit wohl die eine oder andere Flasche zu Gemüte tun, bis die Italo-Vino-Phobie vollkommen auskuriert ist.
Die Fiano-Rebe stammt aus Kampanien wo sie schon 1240 erste schriftliche Erwähnung fand. Je nachdem, welcher Quelle man jetzt glauben mag, sind die Weine nur jung zu genießen (Wikipedia) oder können auch gut gelagert werden (Wine Grapes). Mit einem 2004er Jahrgang wäre der Wein nach Wikipedia wohl nicht mehr genießbar.
Frisch aus dem Kühlschrank zeigt sich der Wein noch etwas derb. Frischer Brotteig. Es folgen eine Hauch Mango, etwas Honig und getrocknete Birne.

Der erste Schluck gibt sich voll mit einer anregenden Säure, die einen Hauch länger im Mund verweilt. Eine Abfolge von getrocknetem Obst, Apfel, dann Birne, Feige und zum Abschluss Rosinen.

Mit dem Erwärmen des Weins kommt buttrige Mango, getrocknete Birne abwechselnd mit gekochter Birne raus. Ab und an blitzt auch etwas geröstete Haselnuss hervor. Erinnerte mich etwas an den 1996er Pacherenc, nur nicht ganz so expressiv.
Ein weiterer Schritt ist getan, meine Vorurteile abzubauen. Außerdem hat sich gezeigt, dass Wikipedia nicht immer zu trauen ist. Zu viele Köche.

pH: 2.85
Brix: 6.9
Alkohol: 13% Vol