Schlagwort-Archive: Grenache Blanc

Die weiße Variante der Grenache Noir. 2009 noch fast dreimal so viel angebaut in Frankreich wie sein „grauer“ Bruder.

Salon des Vignerons 2014 in Olne, Provinz Lüttich, Belgien, 6-7.4. 2014

Das kleine Dorf Olne (3822 Einwohner, Januar 2014) in Belgien, nahe der großen Stadt Lüttich (197013 Einwohner, Januar 2014) wurde 2007 in die Reihe der schönsten Dörfer der Wallonie aufgenommen. Seit 2008 findet hier regelmäßig der kleine aber feine Salon des Vignerons statt, eine Verbraucher-Weinmesse mit biologischen, biodynamischen oder anderen naturnahen Weinen. Schon letztes Jahr hatte ich mir das Event nicht entgehen lassen, welches wie auch diesmal in der Sporthalle des Ortes stattfand. Da es in diesem kleinen Ort nicht allzu viele Übernachtungsmöglichkeiten gibt, habe ich 2013 eher gezielt probiert und eingekauft, um dann den Abend in der kleinsten Stadt Belgiens, Durbuy (11326 Einwohner, Januar 2014) zu verbringen. Dieses Jahr war geplant, viel zu probieren und weniger zu kaufen, also musste eine andere Übernachtungsmöglichkeit her. Da kam die Jungfernfahrt unseres Wohnmobils doch wie gerufen. Der städtische Campingplatz von Soumagne direkt am Château Wégimont liegt nur 2.9 km entfernt vom Zielort, mit dem Fahrrad eigentlich gar kein Problem, wenn man mal die Topografie außer acht lässt. Viele Stellplätze sind an Dauercamper vermietet, viele Italiener aus Lüttich. Wie wir dann herausfinden durften, liegt zwischen den beiden Orten eine Anhöhe mit ca. 70 Meter Höhenunterschied, die mit einfachen Stadträdern und einfacher Kondition nur schwer zu meistern war.

Die Anhöhe von Olne auf der Rückfahrt
Die Anhöhe von Olne auf der Rückfahrt

Das war aber nicht der Grund für die längere Pause auf halber Strecke: einmal Schlauch flicken, bitte. Um den Kauf von vorne herein einzuschränken, wurden nur Fahrradtaschen und ein Rucksack mitgenommen, insgesamt Platz für gut 12 Flaschen. Endlich angekommen gab es für 8€ ein Weinglas und die Chance auf einen Gewinn in der großen Tombola. Und die Möglichkeit bei 40 Winzern fleißig zu probieren. Die meisten kamen aus Frankreich mit Schwerpunkt Loire und Languedoc, 2 aus Spanien, einer je aus Italien und der Schweiz.

Meine Highlights:

Stéphanie Olmeta, Patrimonio, Korsika

Aleatico 2013 Patrimonio blanc, 100% Vermentino, erinnerte stark an einen Viognier, Aprikose, weich aber mit guter Säure und leichtem Bitterton. €15

2013 Patrimonio rosé, 100% Nielluccio (Sangiovese), war sehr blumig mit rohem Rindfleisch im Abgang. €11,50

2011 Patrimonio rouge, 100% Nielluccio, Bauernbrot aus dem Holzofen mit dunkler Kruste und Schweinebraten mit Dunkelbiersauce, nicht allzu kräftige Tannine. €14

2008 Aleatico. Diese aromatische Rotweinrebsorte kommt eigentlich nur in Italien vor, auf ganz Korsika wachsen 10 ha. Der 2008er wurde bewusst oxidativ ausgebaut. In der Nase Rosinen, im Mund dann trockener Jägermeister mit entsprechendem Bitterton. €16 für 500ml

2012 Aleatico. Dieser Jahrgang wurde konventionell abgefüllt. Sehr blumig, mit viel Hopfen und einer angenehmen Bitternote, die an ein gutes, dunkles, belgisches Bier erinnerte. €16 für 500ml, leider vor Ort ausverkauft.

 

Le Clos des Grillons, Rhône

Pic Gris 2013Von diesem Winzer habe ich letztes Jahr schon einen Wein gekauft, den 1901, ein Bourboulenc von 1901 gepflanzten Rebstöcken. Dieses Jahr war der leider nicht mit dabei, dafür eine weitere Rarität: die vom Aussterben bedrohte Rebsorte Picpoul Gris. Bekannter ist die Picpoul Blanc, die einzig zugelassene Rebsorte für den vor Ewigkeiten kurz in Mode geratenen Picpoul de Pinet.

2013 Le Pic Gris, 100% Picpoul Gris, Côtes du Rhône blanc. Apfelstrudel, gute, mineralische Säure. Apfel im Abgang. €8

2013 Primo Senso, Cinsaut & Mourvedre, Maceration carbonique. Erinnerte an einen besseren Trollinger, leicht und duftig. €8

Mas des Caprices, Fitou 

Mas des Caprices

2013 Le Blanc de l’œuf, Macabeu, Grenache Blanc, Muscat. Im Beton-Ei ausgebaut. Gute Säure für einen Südfranzosen, dezent blumige Nase mit leichtem Bitterton. €12

2013 Ozé le Rosé, Grenache, Mourvedre und Syrah, Corbieres. Dunkle Farbe, animalische Nase mit leichter Zitrusnote, spritzige Säure. € 7.50

2013 R.A.S. Rouge A Siroter, Carignan, Grenache und Mourvedre, kurze Maischestandzeit von nur 5 Tagen. Gekühlt serviert erinnerte der Wein an einen einfachen, ehrlichen Beaujolais. €8.50

2012 Oufti, Mourvedre 50%, Carignan 35%, Grenache Noir 15%. Fitou. Expressive Frucht. Blaubeere und rohes Rindfleisch. Ideal zum Barbecue. €12

2010 Anthocyanine, hauptsächlich alte Mourvedre, Fitou. Animalisch, würzige Brombeere, kräftige Tannine. €16

2011 Grenat, Grenache Noir, Rivesaltes. Orangenschokolade mit Honigknusper. Nicht zu süß mit guter Balance zwischen Tanninen, Säure und Restzucker. €11 für 500ml

 

Mas Sibert, Languedoc

Saramon
Das junge Winzerpaar Sara Frémine und Simon Bertschinger aus Fos, nördlich von Bezier, legt besonderen Wert darauf, alles selbst im eigenen Haus zu machen. Selbst die Etiketten auf die Flaschen kleben. Im Vorfeld bei meinen Recherchen ist mir das Weingut aufgefallen, weil es einen Rosé aus 100% Aramon, den Saramon, produziert hat. Leider ist der Weinberg gerodet worden, da die Rebstöcke zu alt und krank waren. Die neue Cuvée Saramon Rosé 2013 kommt deshalb mit einem anderen Rebenmix daher, der eher ungewöhnlich ist: 60% Syrah, 30% Sangiovese, 5% Merlot und 5% Petit Verdot. Das ergibt einen dunklen Rosé, der mit seiner kräftigen Cassis-Note eher an einen Claret aus dem Bordeaux erinnert. €7

Domaine des Vigneaux, Ardeche
Les Vigneaux Viognier
Dieses Weingut südlich von Alba la Romaine in der Ardeche benutzt keinen Schwefel bei seinen Weißweinen und nur wenig bei den Roten. Besonders beeindruckt hat mich hier der Viognier.
2012 De l’Aube, 100% Viognier, Vin de France. Ungeschwefelt ist der Wein ohne die typischen Most und Essig-Noten. Kräftige Aprikose, Jasmin, leichte Eiche. €9

Mit leckerem Käse gestärkt Fromage Olne und der Feststellung, dass die meisten Winzer am Ende doch lieber ein Bier trinken, ging es dann voll beladen wieder zurück, den Berg rauf und wieder runter.
Am nächsten Tag fand genau auf dieser Strecke übrigens ein regionales Mountainbike-Rennen statt.

2011 Ne fais pas sans blanc – Vin de France – Sylvain Bock

Und wieder mal hat mich wärend des Urlaubs, jetz in Montpellier angekommen, ein Vin Naturel überrascht. Nicht das dass noch zur Gewohnheit wird…

Wir hatten am Tag vorher eine Reservierung für das „Le Ban des Gourmands“ am Place de Carnots getätigt, was relativ gute Bewertungen bei Tripadvisor bekommen hatte. Dann sollte es aber ab Mittag den ganzen Tag in Strömen regnen, so dass ich in Flip-Flops und meine Begleitung in Surfschuhen und Ballerinas im Gepäck das Haus verließen. Nicht ohne durch die tiefe Pfütze waaten zu müssen, die direkt vor dem Hauseingang war.

Der Empfang im Restaurant war sehr freundlich, das Menü auf verschiedenen Tafeln sehr kompliziert, die Tafel mit den Weinen dafür sehr übersichtlich, so 8 Flaschen von jeder Farbe. Das geschulte Auge erblickte sofort den Vin de France, meiner Erinnerung nach für 23€, die freundliche Besitzerin schaute nochmal in ihren Unterlagen nach, um mir dann zu sagen, dass es sich dabei um einen Wein aus Chardonnay und Grenache Blanc handelt, eine wenig gesehene Kombination. Die Flasche wurde bestellt und schon das Etikett deutete stark auf einen Vin Naturel hin, die Zeichnung, der Begriff „artisan vigneron“, auf der Rückseite der Hinweis auf Lagerung von unter 14°C, und dass nur sehr wenig geschwefelt wurde. Neben den 14° Grad, hat der Wein auch noch 14% Vol. Weiterhin stellte sich dabei heraus, dass Monsieur Bock aus dem Nachbardorf von Monsieur Doulmet ( siehe Lot 2011 Pendolina) kommt.

Im Glas irritierte zuerst ein leichter rosa Farbstich. Bei Grenache Gris hätte ich das noch nachvollziehen können, aber nicht beim Blanc.

Wie so oft schon bei Vin Naturels erlebt, erst mal eine leichte Essignote, die sich dann schnell verflüchtigte (Flüchtige Säure…). Danach aber direkt kräftig fruchtig, gekochter Apfel, Rosine und Himbeerkerne.

Im Mund wirkte er voll, mit ausgewogener Säure, gefühlte 5g Restzucker, den Alkoholgehalt von 14% Vol ließ er sich nicht anmerken.

Die Aromen von Apfeltarte mit Rosinen und Vanillecreme (die Begleitung bestand auf Apfelstrudel mit Vanilleeis, aber wir waren ja in Frankreich) verblüfften, erwartete die Zunge jetzt noch die Süße. Alles in allem ein beeindruckender Wein, passte gut zu meinem Fisch, noch besser wohl zu einem leckeren Huhn, aber nicht zu Apfelstrudel mit Vanilleeis, da der Wein ja leider trocken ist. Zum Käse war er ausgezeichnet!

Ach ja, das Essen war gut, vielleicht etwas teuer und etwas Abwechslung bei den Beilagen wäre auch nicht schlecht gewesen, aber es stand ja auch nur ein Koch mit einer Küchenhilfe in der kleinen Küche. Bei den Desserts unbedingt die Variation bestellen, da ist von allem was dabei und man muss sich nicht ärgern, wenn man einen Gâteau Chocolat bestellt und dann 5 kleine Küchlein ohne Soße oder Deko auf einem Teller bekommt.

desseret

Ich bitte die Qualität der Fotos zu entschuldigen, aber meine Smartphone-Kamera kommt im Dunklen ohne Blitz nicht so gut zurecht.