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Die berühmte Rebsorte aus dem Burgund, ergibt dort wunderbar elegante Rotweine.

Schaumwein aus Wales? Ancre Hill Estate Blanc de Noirs 2010

Dass die Engländer gute Schaumweine produzieren, mag man schon mal gehört haben. Einige vielleicht auch schon selbst versucht. Die Engländer selbst sind auf jedenfall fleissig dabei, ihre Produkte anzupreisen. Ein ähnliches Terroir wie in der Champagne mit den tiefen Kalkböden (man denke an die weissen Klippen von Dover) bei vergleichbaren Sonnenstunden. Nur, da kommt der Engländer leider nicht drum herum dies zu bestätigen, mit einem etwas höheren Regenfall.
123 Weingüter in England stehen 12 in Wales gegenüber.  Die meisten von diesen im Südosten von Wales, wie auch das Ancre Hill Estate aus Monmouth. Die ersten Rebstöcke wurden hier 2006 gepflanzt, seit 2011 wird biodynamischer Weinbau betrieben. Organisch zertifiziert seit 2012 und das begehrte Demeter-Siegel seit 2013. Damit ist Ancre Hill Estate eins von zwei biodynamischen Weingütern im Vereinigten Königreich.

Der Blanc de Noirs 2010 wurde aus 100% Pinot Noir Trauben gewonnen. Ausbau im Stahltank. 24 Monate Flaschenreife vor dem Degorgieren und weitere 6 Monate vor der ersten Auslieferung.

Die Kapsel ist leider etwas einfach gehalten, eine neutrale Kapsel mit einem aufgeklebten Logo. Eine kleine Enttäuschung für Kapselsammler.

Ancre Hill Capsule

In der Nase versöhnt er dafür mit Apfel, buttrige Brioche, Vanille und leichtem Anis.

Feine Perlage mit lebhafter Säure, blumig, etwas Brioche und Honig mit Birne am Gaumen.

Ein interessanter, langer Salz-Laktritz Abgang und Nachgeschmack von Herbst unter dem alten Apfelbaum mit einem Biss ins Apfelkerngehäuse zum Schluss.

Ein guter Wein zum Aperitif, mit 11.5% Vol kann man auch noch ein halbes Glas mehr trinken.

1994 Comte Lafond, Sancerre Grande Cuvée Rouge, Gläser Battle

Die durchschnittlich teuersten Rotweine der Loire kommen wohl aus Sancerre. Nicht unbedingt, weil hier die besten Rotweintrauben wachsen, vielleicht eher weil der Weißwein zu dominant und nachgefragt ist. Rebsorten sind relativ einfach: Nur Pinot Noir ist hier beim Rotwein zugelassen. Wobei wahrscheinlich auch die Nähe zum Burgund eine Rolle spielen mag. So sind die nächsten Weinbauorte im Burgund mit Vezelay und Saint Bris le Vineux (Sauvignon Blanc!) nur knapp 1.5 Autostunden entfernt.

Der Winzer de Ladoucette, war einer der großen Vorreiter der Appellation Pouilly-Fumé, die diesen Wein auf die önologische Weltkarte setzten und der dann mit dem finanziellen Erfolg auch fleißig expandieren konnte. So besitzt er heute Weingüter in der Provence, dem Burgund, der Champagne und weitere an der Loire.

Dass unter solch einer Expansion leider auch die Qualität leiden kann, mag der Grund sein, warum ich seine Weine weder im „Les meilleurs Vins de France“  noch im „Bettanes & Desseauve“ gefunden habe. In „Loire, Meisterwerke der Natur“ von James Turnbull, 2000 (eine Auflistung der besten 90 Weine der Loire) ist ihm eine eigene Seite gewidmet.

Der heutige Wein stammt aus dem Jahre 1994 und könnte somit noch zur Aufnahme in die besten Weingüter der Loire beigetragen haben.

Laut Jim’s Loire Blog war 1994 ein schwieriges Jahr für Rot und Trocken-Weiß, in dem die Winzer mit Feuchtigkeit und entsprechender Fäule zu kämpfen hatten. Mal sehen was Herr de Ladoucette da noch in seine Fässer packen konnte.

Das Erste was auffällt, ist der extrem schmale Korken. Durchmesser 1,6 cm.

Im Glas erinnert die Farbe an selbst eingekochten Himbeersaft.

In der Nase zuerst Hefe-Vollkornbrot, danach noch rohes Wildschwein in Rotweinmarinade und reife Kirschen. Die Kirschen werden stärker, aber das WIldschwein bleibt grunzend im Hintergrund, später gesellt sich noch Himbeere dazu.

Im Mund leicht, gute Säure. Tannine sind da, kommen aber erst nach der Säure durch und sind auch schon sehr zahm. Die Aromen im Mund setzen jetzt kräftige Kirsche mit hohem Schalenanteil frei.

Das ganze habe ich in einem Glas vom Marché aux Vins der Confrerie der Saint Peray probiert. Bei anderen Gläsern sieht das Aroma und der Geschmack etwas anders aus.

von links: Rosenthal diVino Burgunder, ISO Tasting Glas Vignerons Independants, Schott Rotwein, St-Peray
von links: Rosenthal diVino Burgunder, ISO Tasting Glas Vignerons Independants, Schott Rotwein, St-Peray

Im Schott-Glas wirkt der Wildton stärker, der Wein schmeckt etwas bitterer.

Im ISO-Glas finde ich den Vollkorncharacter kräftiger, allgemein aber die Aromen weniger klar.

Im diVino Burgunder-Glas kommt der Wein alkoholischer und süßer rüber, WIld wird schwächer, Kirsche feiner aber auch schwächer.

Gewinner : St-Peray gefolgt vom Burgunder-Glas

So wie es aussieht, hätte der Wein noch etwas länger lagern können, es waren noch genug Tannine da, auch die Frucht noch sehr präsent. Leider war das die letzte Flasche…

pH: 3.22

Brix: 8.1

Alkohol: Angenehme 12.5% Vol

Das waren noch Zeiten, als ein guter Rotwein mit 12-12.5% Vol ausgekommen ist.

Lot 2011 Pendolina- Alba Ardecha – Thierry Doulmet

Auf meiner letzen Frankreichurlaubsreise Anfang September vom Elsaß über die Ardeche, Montpellier, die Cotes d’Azur nach Savoyen auf der Suche nach außergewöhnlichen Weinen bin ich zufällig durch St-Peray an der Rhône gefahren. Eigentlich, um dem Stau auf der Route de Soleil auszuweichen. Dass da dann gleich die Confrérie de Saint-Peray eine Weinmesse veranstaltete, konnte ich beim besten Willen nicht erahnen, musste dann aber auch schnell einen kurzen Stop einlegen.

Einer der Winzer, die mir dort aufgefallen sind, ist Thierry Doulmet, der auf einem Banner hinter seinem Stand Weine aus der Ardeche und Coteaux du Tricastin anpries. Zum einen war ich auf dem Weg in die Ardeche, um dort Weine der autochtonen Chatus-Rebe zu kaufen und zum anderen wurde Coteaux du Tricastin mit dem Jahrgang 2010 in Grignan les Adhémar umbenannt. Dass da das AKW Tricastin mit dem Namenswechsel etwas zu tun hat, ist wahrscheinlich, schließlich gab es 2008 dort einen Vorfall mit ausgetretener Radioaktivität.

Das Dorf Alba la Romaine, in dem Doulmet sein Weingut hat, liegt auf der anderen Seite (bei uns im Rheinland sagt man Schäl Sick dazu) der Rhône, und gehört hiermit zur Ardeche.

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem frischen Weißwein, immerhin hatten wir 27°C und so probierte ich erstmal seinen ersten Weißwein, der sich mit leicht oxidativer Nase dann als ungeschwefelter Vin Naturel entpuppte.

Ich probierte drei Weiße, alle mit einer asiatischen Note. Der erste schmeckte nach Sojasauce, der zweite nach Miso-Paste, der dritte nach Jasmin-Reis. Durchaus interessant zum Essen, aber nichts für eine Fahrt im Auto durch das sonnige Frankreich ohne ausreichende Kühlung. Aber eine Flasche Rotwein zum Trinken am Abend auf dem Campingplatz in Coux bei Privas musste mit. Er habe einen schönen Pinot Noir da und schon war die Flasche (um 9€) gekauft.

Nach Aufbau des Zeltes und einem kleinen Spaziergang durch das kleine aber reizende Coux kam dann die Stunde der Wahrheit. Auf dem Rückenetikett die Lot Nummer 2011, Vin de France, keine Erwähnung von Pinot Noir. Dafür aber 13.5% Vol.

Im Glas zeigte sich eine Pinot Noir untypische, dunkle Farbe.

Erste Nase ein leichter Essigton der aber schnell verfliegt. Danach Pilz, leichte Sojasauce und Nori-Alge, alles eher oxidative Noten. Doch dann kommt die Frucht hervor, zuerst Pflaume, dann leichte Kirsche.

Im Mund dezente Süße, voll, auch hier untypisch, kräftige Tannine von ausgewogener Säure begleitet. Leichter Bitterton, Pflaumenschale.

Im Laufe des Abends wurde die Frucht intensiver, zuerst Pflaumenmus, danach würzige, sehr reife Kirsche inklusive dem Kern. Und dann war die Flasche auch schon leer. Hatte eh keine Entenbrust da, zu der dieser auch gut gepasst hätte.

Da dies eine Urlaubsreise war, gibt es keinen pH-Wert und auch keinen Brix-Grad.

Nur die schon oben erwähnten 13.5% Vol.