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Eingeschlossen von Bergen, haben sich hier noch viele autochtone Rebsorten erhalten. Leider sind die Weine hier etwas teurer dank der hohen Grundstückspreise und Lohnkosten.

2007 Petite Arvine – Les Coteaux de Serre – Serge Heymoz

Eine der etwas weiter verbreiteten seltenen Rebsorten der Alpen ist die Petite Arvine. Hauptsächlich in der Schweiz und hier im Wallis angebaut, findet sich die Weißweinrebe aber auch im benachbarten Aosta-Tal. Weitere Winzer, die die Petite Arvine anbauen sind Aimé Guibert von Daumas Gassac und Hildegard Horat vom Grange de Quatre Sous, beide im Languedoc. Die Weine der Petite Arvine gelten als lagerfähig mit guter Säure und einem typisch salzigem Geschmack. Eine Rebsorte mit Zukunft, wie auch die Rebflächenzunahme im Wallis beweist: 1991 noch 39 ha, 2012 schon 166 ha.

Das Weingut Serge Heymoz – Cave les Sentes besteht seit Mitte der 80er Jahre in Sierre, mit 270 ha Rebfläche eins der mittleren Weindörfer des Wallis. Neben den Klassikern des Wallis, Chasselas und Pinot Noir, baut Serge aber auch andere autochtone Rebsorten wie Rèze und Humagne Rouge an. Die Weine sind VITIVAL-zertifiziert.

 

In der Nase: Grapefruit in verschiedensten Varianten. Zuerst weiß. Dann rosa und reif. Butter und Honig.

Im Mund: Restsüße, Richtung halb-trocken. Weiche Säure. Leicht salziges Finnish. Grapefruit Nachgeschmack unterstrichen von leichtem Bitterton.

Später gesellt sich im Mund zur Grapefruit kleine spanische grüne Paprika hinzu.

Es ist erstaunlich, dass ein so weicher Weißwein nach über fünf Jahren noch so fruchtig sein kann. Keine Spur von Oxidation, trotz der wider Erwarten niedrigen Säure. Im Keller liegen noch fünf weitere Flaschen, ich denke, wir werden diesem Wein noch einmal später wieder begegnen.

pH: 3.32

Brix: 8.3

Alkohol: 12.5 Vol%

Traubensaft Battle Schweiz vs Österreich, Müller Thurgau vs Grüner Veltliner

Nach den alkoholreichen Feiertagen gibt es heute einen Rebsorten-Battle ohne den Kater-machenden Grundstoff. Aber keinen entalkoholisierten Wein, sondern die Vorstufe: Traubensaft. Meist wird im Supermarkt ein generischer Traubensaft in den Farben Rot oder Weiß angeboten. Manchmal wird die Herkunft des Mostes angegeben, die Rebsorten aber nicht. Bei vorweihnachtlichen Einkäufen in Düsseldorf sind mir aber je zwei sortenreine Traubensäfte in den Farben Rot und Weiß  in die Hände gefallen.

Von der Staatskellerei Zürich ein Müller-Thurgau (bzw. Riesling-Sylvaner) und ein Pinot Noir (Blauburgunder), beide aus Züricher Trauben, je 0.75 Liter unter 4€ bei Mövenpick.

Vom Stift Klosterneuburg ein Grüner Veltliner und ein St. Laurent. Beide ungefiltert und aus den eigenen extensiven Weingärten rund um den Großraum Wien und mit Vitamin C vor Oxidation geschützt. Diese kommen als Literflasche daher, 5.50€ bei Manufactum.

Um den Traubensaft haltbar zu machen, wurden sie wohl alle pasteurisiert, was Aromen-Verlust und -Veränderungen hervorbringen kann.

Auch ob die Säfte von jungen Rebstöcken stammen, deren Trauben noch nicht legal zur Weingewinnung verwendet werden dürfen, kann ich nur spekulieren.

Heute kommen erstmal die Weißen zum Zuge.

Schweiz/Müller-Thurgau:

Im Glas klar, zeigt sich kein besonders hervorstechendes Aroma. Blind würde ich auf Traubensaft tippen. Milde Säure, nur leichte Süße, relativ voll. Im Mund dann Honig, Banane und gekochte Birne im Nachgeschmack.

pH: 3.25

Brix: 15.2

Österreich/Grüner Veltliner:

Der Veltliner ist trüb, zusätzlich zum Traubensaft hat es etwas gekochte Tomate in der Nase. Auch hier eine milde Säure und volles Mundgefühl, bei einer im Vergleich etwas kräftigeren Süße. Honig mit langem Ananas-Finnish. Am Boden der Flasche lässt sich Weinstein finden.

pH: 2.98

Brix: 16.2

Süffiger und aromatischer, hat hier der Veltliner die Nase vorne.