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Neben der Mafia gibt es auf dieser Insel im Süden Italiens auch einen Haufen autochtoner Rebsorten und Vulkanisches Gestein.

2011 Pithos Blanc Grecanico – Sicilia – Azienda Agricola COS

Azienda Agricola COS ist vielleicht nicht eins der Pionier-Weingüter in Westeuropa, was den Ausbau von Wein in Amphoren betrifft, aber sie kann man ruhig zur zweiten Generation zählen. Den ersten Wein in der Amphore haben sie im Jahr 2000 ausgebaut. Elisabetta Foradori liegt eindeutig mit den Weinen Morei und Sgarzon an der Spitze, die sie zuerst 1987, mit einer Unterbrechung von 1999-2007 geschaffen hat. Der heutige Wein, Pithos Bianco, wird seit 2007 produziert, aus der Weißweintraube Garganega, oder wie sie auf Sizilien genannt wird: Grecanico. Ursprünglich aus Veneto, Nordost-Italien, hat sie hier eine zweite Heimat gefunden. Hier wird fast die Hälfte an Garganega in ganz Italien angebaut. Nach der Ernte werden die Trauben für den Pithos Blanc 7 Monate in spanischen Ton-Amphoren ausgebaut und dann auf Flaschen gefüllt. Der hier vorliegende 2011er Jahrgang deklariert einen Alkoholgehalt von 11.5 Vol%. Das ist extrem niedrig, schließlich haben wir es hier auch noch mit Trauben zu tun, die der heißen sizilianischen Sonne ausgesetzt sind. Hoffentlich wird es nicht süß…

Im Glas zeigt der Wein erstmal eine außergewöhnliche Farbe. Dunkles Gelb, fast Orange. Die Nase : Apfel, Honig, leichte, frische Minze, Safran. Im Mund zeigt er sich leicht mit einer erfrischenden Säure, keine Süße, ganz leichte Tannine, Aromen von Weinbergpfirsich und Apfel. Eine leichte Diskrepanz zwischen der Leichtigkeit des Weins, der kräftigen Aromen und dann noch die leichten Tannine, die einen leichten Pelz auf der Zunge hinterlassen.
Wie der Sommelier des Lido, das dem selben Besitzer gehört wie die Weinkarte, wo ich den Wein gekauft habe (um 18€),meint, passt er gut zu gegrillten Garnelen. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Die leichte Säure betont die Süße der Garnele und Safran mit Garnele passt eh.

pH: 3.31
Brix: 6.4
Alkohol: 11.5 Vol%

2009 Kikè, Traminer Aromatico, Fina, Sizilien

Der Traminer Aromatico oder Gewürztraminer wird normalerweise im Elsaß angebaut oder, wenn er denn aus Italien kommt, dann aus Südtirol. Oft werden die Weine etwas schwer, da ihnen meist die Säure fehlt. 13-14 % Vol sind auch keine Seltenheit.

Und dann finde ich einen Gewürztraminer aus Sizilien. Erste Erwartungshaltung: ölig, schwer.

Erster Blick auf das Etikett: Nur 12.5 %Vol. Weiterer Blick auf die Homepage von Fina: Er enthält auch noch Sauvignon Blanc. Vielleicht wird es doch nicht so schlimm…

Deshalb Flasche auf und Wein ins Glas.

In der Nase zuerst Orange und Ananas. Langsam kommen die typischen Aromen von Rose und Lychee, Pain de Mie, danach überreife Orange kombiniert mit leichtem Kuhstall, was sich unangenehmer liest als es riecht. Es folgen Akazienhonig und eine leichte Riesling-Note, Kreide und Lychee mit Cassis. Da macht sich dann wohl der Sauvignon Blanc bemerkbar.

Im Mund zeigt sich der Wein voll, mit einer gut gepufferten Säure, die erst nach dem Schlucken rauskommt und von einem Bitterton untermalt lange nachhallt.

Die Aromen hier sind überreife Zitrone, Pfirsisch und leichter getrockneter Ingwer im Nachgeschmack. Sehr viel später dann geräucherter Speck, ein typisches Merkmal von gealtertem Gewürztraminer. Und das gibt auch direkt den Hinweis, was ich gerne zum Wein essen würde: eine schöne Auswahl an Charcuterie.

pH: 2.61

Brix: 7.3

Alkohol: 12.5 %Vol

Verschluss: Presskorken